




Schon der wassergekühlte Motor, der aus der TL 1000 entliehen wurde, zeigt die Zukunft der Reiseenduros. Ein wenig modifiziert bringt er nun knapp 100 PS aufs Hinterrad und ein maximales Drehmoment von 100 Nm. Das und eine gleichmäßige Gasannahme wird durch ein Doppeldrosselklappensystem erreicht, das Suzuki patentieren ließ. Vor der V-Strom sorgte dieses System in den GSX-R Modellen für Erstaunen. Durch eine permanente Regulierung wird die Öffnung der zweiten Drosselklappe nach der Primärklappe, der Drehzahl und dem eingelegten Gang berechnet.
Mit einer elektronischen Einspritzanlage, die auch die Kraftstoffmenge und den Zündzeitpunkt für jeden Zylinder steuert, auf der einen und einem Katalysator auf der anderen Seite erfüllt die V-Strom schon jetzt die zukünftige Euro 2 Abgasnorm.
Das leicht zu schaltende Sechs-Gang-Getriebe bringt die V-Strom ordentlich vorwärts, schon ab 4000 Touren gibt es einen spürbaren Vorwärtsdrang, der sechste Gang ist zwar als Overdrive ausgelegt (wird auch im Cockpit angezeigt), aber auch dieser muss bei gemütlicher Fahrt nicht verlassen werden, allerdings sollte unter 3.000 Touren der Schaltfuß dann doch in Aktion treten.
Eine gute Fahrwerksabstimmung sorgt dafür, dass Bodenunebenheiten locker weggesteckt werden, wer sich mit der Werkseinstellung trotzdem nicht wohl fühlen sollte, erreicht seinen persönlichen Komfort durch Verstellen des Zentralfederbeins, das mittels eines gut erreichbaren Einstellrades auch für eine Urlaubsfahrt mit Sozia nicht in Verlegenheit zu bringen ist.
Der bevorzugte Einsatz der V-Strom ist eher die Straße und nicht das Gelände, als zwei kleine Details dieser Feststellung dürfen der Lenkkopf mit seinen 26,5 Grad und der Motorschutz aus Kunststoff dienen.
Die Bremsanlage kommt mit einer eventuellen Vollbeladung gut zurecht, im Single-Betrieb zeigen die Doppelscheiben vorne überhaupt keinen Grund zum Ärgern. Gefühlvolle Dosierung im Normalfall, strenges Zupacken im Extremfall, die Bremsleistung lässt in keinem Fall zu wünschen übrig. Wer mag, kann natürlich auch das Hinterrad mitbremsen, auch die eine Scheibe verfügt über ausreichend Kraft um bei Gelegenheit schnell mal schwarze Striche auf den Asphalt zu zaubern.
Die Sitzposition ist recht aufrecht und vor allem für größere Fahrer sehr entspannend, Draufsetzen und Wohlfühlen heißt die Devise. Leicht und handlich fühlt sie sich durch eine gute Gewichtsverteilung an, relativ schmale Reifen für ein Motorrad dieser Größe lassen auch die Schräglagen leicht wechseln. Auch enges, kurvenreiches Winkelwerk lässt sich dadurch flott hinter sich bringen.
Als Reisemotorrad ist die V-Strom perfekt geeignet. Die ergonomisch geformte Sitzbank bietet sowohl dem Fahrer als auch dem Beifahrer ermüdungsfreies Sitzen auch bei längeren Autobahnetappen, das Windschild ist ausreichend, für größer gewachsene Fahrer könnte es eine Spur höher sein. Mit einer Top-Speed von jenseits der 200 km/h kann auf Durchzugsetappen schon ein guter Schnitt erreicht werden. Dieser wird maximal durch den 22 Liter Tank reduziert, auf schnellen Fahrten laufen schon mal 8 Liter durch den Vergaser, was allerspätestens nach knapp 300 Kilometern einen Tankstopp erforderlich macht.
Im Cockpit ist alles da, was benötigt wird. Übersichtlich aufgeräumt, zwei klassische Rundinstrumente für Tacho und Drehzahlmesser, sowie Digitale Anzeigen des Tankinhalts, der gefahrenen Kilometer (inkl. Zweier Tageskilometerzähler) sowie der Uhrzeit.
Ein Staufach unterhalb der Sitzbank fasst zum Beispiel das in Österreich erforderliche Erste-Hilfe-Paket, die Extras wie Tankrucksack, Koffersystem inkl. Topcase, Heizgriffe, Bordsteckdose und anderes machen die V-Strom dann zu einem echten Fernreisemotorrad.
Über die optische Ausführung kann man natürlich geteilter Meinung sein, das Heck zum Beispiel wirkt durch die nach oben gezogenen Schalldämpfer ziemlich wuchtig. Allerdings betrachtet man sich während der Fahrt natürlich selten im Spiegel und ein markantes Heck war auf der Straße schon bisher kein Nachteil.
Suzuki hatte lange Zeit, die Mitbewerber in diesem Segment zu studieren und eventuelle Fehler zu erkennen und auszumerzen. Die taktische Überlegung, das Motorrad eher für den Straßenbetrieb auszulegen geht voll auf, die V-Strom zählt derzeit zu den Stärksten in ihrer Klasse.
Sinnvolle Extras, ein rundum komplettes Erstaustattungspaket, bewährte Zutaten und der richtige Mix ergeben ein mit rund 10.000 Euro durchaus gelungenes Tourenmotorrad mit sportlichem Touch.
| Motor | Wassergekühlter 90°-V2-Zylinder, 4-Takt | Endantrieb | Kette | |
| Bohrung x Hub (in mm) | 98 x 66 | Abmessungen (LxBxH, in mm) | 2.295 x 865 x 1.335 | |
| Hubraum | 996 ccm | Radstand (in mm) | 1.535 | |
| Verdichtung | 11,3 : 1 | Sitzhöhe (in mm) | 830 | |
| Gemischaufbereitung | SDTV Benzineinspritzung | Bodenfreiheit (in mm) | 165 | |
| Max. Leistung | 72 kW (98 PS) bei 7.500 min-1 | Tankinhalt | 22 Liter | |
| Max. Drehmoment | 100 Nm bei 6.000 min-1 | Bereifung | vorn: 110/80 R19M/C hinten: 150/70 R17M/C |
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| Zündung | Elektronische Zündung (ECM, Transistorzündung) | Radaufhängung | vorne: Invertierter Teleskoptyp, Schraubenfeder, Öldämpfung hinten: Link-Typ, Schraubenfeder, Öldämpfung |
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| Starter | Elektrostarter | Bremsen | vorne: 2 Scheibenbremsen 310 mm, 4-Kolben Bremssattel hinten: 1 Scheibenbremse 260 mm, 2-Kolben Bremssattel |
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| Getriebe | 6 Gänge | Trockengewicht | 211 kg |
Datum der letzten Änderung: 29.3.2006
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