




Diesem Konzept, dass sich im Nachhinein als großer Verkaufsschlager herausgestellt hat, blieb Yamaha auch bei der Weiterentwicklung treu, dennoch wurde die TDM mit weit mehr als einer bloßen Modellpflege ins Jahr 2002 geschickt.
Kurz gesagt: Mehr Leistung, mehr Drehmoment, weniger Gewicht und ein Katalysator samt Einspritzanlage, um auch den Umweltgedanken nicht außen vor zu lassen, kennzeichnen die neue 900er.
Optisch wurde sie eher dezent verändert, Interessierte müssen schon einen zweiten oder dritten Blick riskieren, um sie vom Vorgängermodell unterscheiden zu können.
Die einfachste Übung bei einem verbesserten Model ist meistens der vergrößerte Motor mit mehr Leistung. Hier kann der neue Motor neben den auf 92mm vergrößerten Kolben aus Aluminium mit knapp über 86 PS aufwarten, die, dank des schon bei 6.000 Umdrehungen anliegenden Drehmoments von 89 Nm, dem alten Modell kräftig davonfahren.
Wie von der TDM gewohnt, ist der nutzbare Drehzahlbereich weit gestaffelt. Zum gemütlichen Touren und zügigen Überholen kann ab ca. 3.000 Touren mit ordentlichem Vortrieb gerechnet werden, wenn es hart auf hart geht sollte die Nadel des mittig angeordneten Drehzahlmessers dennoch nicht unter 5.000 Touren fallen.
Die bei den ersten Modellen heftig kritisierten Lastwechselreaktionen konnten schon vor zwei Jahren mit der Entwicklung eines neuen Vergasers gedämpft werden, auch diese Problematik wurde weiter verbessert. Dennoch muss vor allem bei niedrigeren Drehzahlen mit sensiblen Reaktionen des Zweizylinders gerechnet werden, ruckartiges Gas-auf oder Gas-zu quittiert auch die 900er TDM hier mit merkbaren Reaktionen.
Das Benzin-Luftgemisch erhält der Motor über einen ebenfalls neu entwickelten Vergaser. Hier sorgt ein automatisch variierter Lufteinlass dafür, dass je nach Drehzahl die passende Luftmenge zugeführt wird. Vor allem bei niedrigeren Drehzahlen oder beim Kaltstart macht sich diese Feature vor allem im verringerten Verbrauch bemerkbar, es sorgt aber auch in Verbindung mit der Einspritzanlage für ein exaktes Benzin-Luftgemisch, dass dem Motor in allen Lagen zugeführt wird. Das System macht auch einen Choke überflüssig, wobei wir uns ob der doch nicht zu 100% weichen Motorleistung vor allem bei kalten Morgentemperaturen einen solchen gewünscht hätten.
Das neu entwickelte Getriebe kann mit einem kurzem ersten Gang und einem neuen sechsten Gang aufwarten. Im Vergleich zum Vorgängermodell wurden auch die Übersetzungsverhältnisse modifiziert sodass die Drehzahlen bei vergleichbaren Geschwindigkeiten niedriger ausfallen, was sich positiv auf den Verbrauch auswirkt. Es lässt sich auch um ein vielfaches leichter schalten als sein Vorgängermodell.
Hier wurden neben dem Motor die meisten Veränderungen vorgenommen. Wobei man bei neuen, aus Aluminium gefertigten Rahmen schon eher von einer kompletten Neuentwicklung als von Änderung sprechen muss. Eine Gewichtsreduzierung um knappe 30% konnte mit dieser Entwicklung erreicht werden. Auch die Schwinge sowie die neuen, breiteren Dreispeichen-Räder sind aus Leichtmetall geschmiedet.
In Zusammenarbeit mit dem leicht einstellbaren zentralen Federbein lässt sich die TDM nun leicht und zielgenau in alle Arten von Radien bringen. Sowohl in engen Kehren als auch in weiten, schnellen Bundesstraßenkurven lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen, Unebenheiten werden durch die Abstimmung und die langen Federwege nahezu völlig weggefiltert.
Das Handling des Motorrades ist unspektakulär perfekt, eine gemütliche Urlaubsfahrt, voll beladen mit Beifahrer, Topcase und Koffern ist ebenso unspektakulär machbar wie eine samstägliche Kurvenhatz in heimatlichen Gefilden. Auch die unvermeidbaren Autobahnetappen sind mit einer Höchstgeschwindigkeit jenseits der 200 km/h machbar, wenngleich durch das sehr flache Windschild auch nicht zu 100% ermüdungsfrei.
Die doppelten Scheibenbremsen mit den einteiligen Bremszangen, die aus dem Supersportgerät R1 übernommen wurden, sorgen für perfekte Verzögerung auch bei großen Belastungen, wie sie etwa bei Urlaubsfahrten bergab mit Gepäck und Passagier auftreten können. Mit dem leicht dosierbaren und fünffach verstellbaren Bremshebel sind auch ohne Kraftanstrengungen anständige Verzögerungswerte erreichbar.
Für den Fahrer war schon bisher ausreichend Komfort gegeben, auch Langstrecken konnten dank der ermüdungsfreien Sitzposition leicht bewältigt werden. Neu ist nun auch eine verbesserte Sitzbank im Soziusbereich. Auch großgewachsene Fahrer haben absolut kein Problem, die Knie unterzubringen, der Kniewinkel ist ebenfalls ohne Tadel.
Der recht schmale Frontaufbau und das tadellos aufgeräumte Cockpit tragen auch zur schnellen Zurechtfindung des Fahrers bei.
Der mittig angeordnete Drehzahlmesser bestimmt die Optik, der digitale Tachometer beherbergt neben dem normalen Kilometerzähler auch zwei Tageskilometerzähler sowie eine Information über die gefahrenen Kilometer, sollte der Tank einmal bis zur Reserve aufgebraucht sein.
Apropos Tank, der 20 Liter Tank reicht auch bei forscher Fahrweise für weit über 300 Kilometer, wer es gemütlich angehen lässt, wird mit einem Verbrauch von knappen fünf Litern das Auslangen finden.
Die neue TDM ist, wie auch schon ihre Vorgängerin, ein Motorrad zum Draufsetzen und wohlfühlen. Ob im dichten Stadtverkehr, wo sie dank ihrer Schmalheit Punkte sammeln kann, oder auf hohen Alpenpässen; in engem Kurvengewühl wie im Lesachtal oder auf der Autobahn, ob allein oder mit Gepäck und Sozia, kein Revier ist ihr wirklich fremd. Ein echtes Allroundmotorrad, dessen Preis von knappen 11.000 Euro (in Österreich) durchaus angemessen erscheint.
| Motor | Flüssigkeitsgekühlter 4-Takt-Parallel-Twin mit geregeltem 3-Wege-Katalysator | Endantrieb | Kette | |
| Bohrung x Hub (in mm) | 92,0 x 67,5 | Abmessungen (LxBxH, in mm) | 2.180 x 800 x 1.290 | |
| Hubraum | 897 ccm | Radstand (in mm) | 1.485 | |
| Verdichtung | 10,4 : 1 | Sitzhöhe (in mm) | 825 | |
| Gemischaufbereitung | elektronische Benzineinspritzung mit TPS | Bodenfreiheit (in mm) | 160 | |
| Max. Leistung | 63,4 kW (86,2 PS) bei 7.500/min | Tankinhalt | 20 Liter (davon 3,5 Reserve) | |
| Max. Drehmoment | 88,8 Nm bei 6.000/min | Bereifung | vorn: 120/70 ZR 18 hinten: 160/60 ZR 17 |
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| Zündung | Digitale Transistor Kennfeldzündung | Radaufhängung | vorne: Telegabel mit 150 mm Federweg hinten: Zentralfederbein mit 133 mm Federweg |
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| Starter | Elektrostarter | Bremsen | vorne: 298-mm Doppelscheibenbremse hinten: 245-mm Einscheibenbremse |
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| Getriebe | 6 Gänge | Trockengewicht | 190 kg |
Datum der letzten Änderung: 29.3.2006
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