Unfallgeschehen im 1. Halbjahr 2005 – Richtigstellung
9.8.2005
Richtigstellung der vom KfV veröffentlichten Daten durch die Statistik Austria
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) veröffentlichte am 3. August 2005 im Rahmen einer Pressekonferenz Daten zur aktuellen Entwicklung des Verkehrsunfallgeschehens. Das KfV betont, dass es sich nicht um endgültige, sondern um „prognostizierte Daten“ handelt. Statistik Austria sieht sich veranlasst, einige der im Pressetext angegebenen „Fakten“ und vom KfV berechneten „Prognosen“ richtig zu stellen.
- Der für das 1. Halbjahr 2004 vom KfV angegebene Wert von 299 getöteten PKW-Insassen entspricht nicht den Tatsachen: Tatsächlich gab es nur 224 getötete PKW-Insassen.
- Auch der für das 1. Halbjahr 2005 vom KfV angegebene Wert von 283 getöteten PKW-Insassen entspricht nicht den Tatsachen: Dieser Wert liegt um rund 100 (!) über dem der Statistik Austria derzeit vorliegenden Ergebnis.
- Das KfV gibt für die Zahl der Verkehrstoten des 1. Halbjahres 2004 den korrekten Wert 377 an; für die getöteten PKW-Insassen (299), Fußgänger (51), Motorrad- (41) und Radfahrer (23) werden Zahlen angegeben, deren Summe (414) größer als die Gesamtzahl von 377 Getöteten ist; dabei sind sonstige getötete Verkehrsteilnehmer (Moped, LKW, usw.) noch gar nicht berücksichtigt!
- Das KfV hat für das 1. Halbjahr 2005 eine prognostizierte Anzahl von 342 Getöteten berichtet; entsprechend dem der Statistik Austria derzeit vorliegenden Ergebnis bleibt die Zahl der Getöteten unter 330. Die Summe der vom KfV geschätzten getöteten PKW-Insassen (283), Fußgänger (38), Motorrad- (50) und Radfahrer (21) beträgt 392, ist also (um 50!) größer als die prognostizierte Anzahl von 342 Getöteten!
- Ein ähnlicher Rechenfehler liegt bei der für das gesamte Jahr 2005 prognostizierten Zahl an Verkehrstoten (835) vor. Die Summe der Einzelwerte beträgt in diesem Fall 842.
- Das KfV prognostiziert die Zahl der getöteten Motorradaufsassen im 1. Halbjahr 2005 mit 50, für das gesamte Jahr 2005 mit 115, „rund 16 Prozent mehr als letztes Jahr“, und interpretiert diese Zunahme mit drastischen Argumenten. Nach dem der Statistik Austria derzeit vorliegenden Ergebnis wird die Zahl der getöteten Motorradaufsassen im 1. Halbjahr 2005 voraussichtlich 46 betragen. Die tatsächliche Zunahme (5) liegt im Bereich der zufälligen Schwankungen und kann nicht als statistisch signifikant angesehen werden. Auch wenn diese Zunahme als dramatisch eingeschätzt wird, hängt sie von Faktoren ab, die – wie das Wetter – außerhalb des Einflusses der Akteure liegen.
Die Statistik Austria wird Anfang September 2005 die von der Exekutive tatsächlich gemeldeten, im Detail bearbeiteten und korrigierten Verkehrsunfalldaten des 1. Halbjahres im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Vertretern der zuständigen Ministerien veröffentlichen.
Datum der letzten Änderung: 9.8.2005
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