ÖAMTC: Erhöhtes Unfallrisiko bei Motorrad-Ausfahrten im Herbst
Im September 2008 starben bisher acht Motorradfahrer auf Österreichs Straßen. Im gesamten September des Vorjahres waren es neun Motorradfahrer. Viele Biker genießen die letzten Ausfahrten mit dem Motorrad vor der Winterpause besonders.
Allerdings lauern im Herbst auf Motorrad-Lenker auch spezielle Gefahren, wie rutschige Fahrbahnen durch feuchtes Laub oder morgendlichen Raureif. "Niedrige Asphalt- und Reifentemperaturen sowie schlechte Sichtverhältnisse durch die tiefstehende Sonne bergen für Motorradfahrer große Sicherheitsrisiken", erklärt ÖAMTC-Motorrad-Chef-Instruktor Georg Scheiblauer.
Der kleinste Fahrfehler kann fatale Konsequenzen haben. Der ÖAMTC-Experte gibt Tipps, worauf man bei Ausfahrten im Herbst besonders achten muss.
- Sich der Gefahrenquellen bewusst sein: Im Herbst sorgen sowohl nasses Laub und Fallobst, wie auch Schmutz von Feldern für gefährliche Glätte auf den Straßen - das bedeutet Sturzgefahr für Motorradfahrer. "Deshalb muss man die Geschwindigkeit den Gegebenheiten entsprechend anpassen, mit rutschigen Stellen rechnen und, wenn notwendig, gefühlvoll bremsen", erklärt der Club-Experte.
- Auf veränderten Grip reagieren: Kühlere Temperaturen beeinträchtigen die Griffigkeit der Reifen. "Im Herbst dauert es länger, bis die Reifen die richtige Betriebstemperatur haben. Deshalb sollte man Ausfahrten bewusst 'ruhig' angehen", empfiehlt der ÖAMTC-Experte. Außerdem benötigt der Motor eine längere Warmlaufphase, in der man ihn schonen sollte.
- Die richtige Kleidung verwenden: Kühle Außentemperaturen am Morgen und Abend können bei falscher Bekleidung die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wenn der Körper auskühlt, sinkt nämlich die Reaktionsfähigkeit stark ab. Die Temperaturunterschiede an einem kühlen Morgen und der oft noch warmen Mittagszeit erfordert abgestimmte Bekleidung. "Am besten mehrere Schichten übereinander anziehen. Wer trotzdem friert, sollte sich in Fahrpausen aufwärmen", sagt der ÖAMTC-Experte.
- Sehen und gesehen werden: Im Herbst wird es rascher finster. Helle Farbapplikationen und Reflex-Materialien auf der Kleidung erleichtern anderen Verkehrsteilnehmern Biker rechtzeitig zu sehen.
- Den Durchblick behalten: Mit einem zerkratzten oder schmutzigen Visier ist man bei tiefstehender Sonne im Blindflug unterwegs.
"Am wichtigsten sind am Bike aber immer Konzentration und vorausschauendes Fahren. Dadurch vermeidet man Risikosituationen", sagt Scheiblauer. Motorräder haben schließlich keine Knautschzone. Je früher gefährliche Situationen erkannt werden, desto mehr Zeit bleibt für die richtige Reaktion. "Immer mit Reserven unterwegs sein, nie am Limit fahren", rät der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte abschließend. "Man darf sich von schwierigen Fahrsituationen nicht überraschen lassen und sollte auch auf Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer rechtzeitig reagieren können."
Datum der letzten Änderung: 16.9.2008
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