ÖAMTC: Motorrad als Lastesel im Urlaub - Richtige Beladung ist wichtig
Liegt der Schwerpunkt zu weit hinten und oben, ändert sich das Fahrverhalten massiv
Bei Bikern mutiert das Motorrad auf Reisen zum Lastesel. Die Kunst besteht darin, das Gepäck bestmöglich und sicher auf dem Bike zu verstauen - von den Beladungsmöglichkeiten im Seitenkoffer über Satteltaschen, Top Case bis hin zum Tankrucksack. "Fest steht, dass Biker für den Urlaub nur das Nötigste mitnehmen sollten. Je weniger Gepäck und je leichter die Beladung, desto besser ist das Handling und Bremsverhalten der Maschine", erklärt der ÖAMTC-Motorrad-Chefinstruktor Georg Scheiblauer. Wichtig ist, den Schwerpunkt möglichst weit vorne zu haben. Liegt der Schwerpunkt zu weit hinten und oben, verändert sich das Fahrverhalten des Bikes deutlich und präzises Manövrieren ist nur schwer möglich.
Sieben ÖAMTC-Tipps, wie man sein Bike bestmöglich bepackt:
- Die Seitenkoffer sollten gleichmäßig mit den schweren Dingen nach unten beladen werden. Auf das Dach des Top Case darf kein zusätzliches Gepäckstück. Das höchstzulässige Gesamtgewicht kann in der Zulassung nachgelesen werden.
- Das Gepäckstück mit dem größten Gewicht gehört jedenfalls in den Tankrucksack. Aber Achtung: Ein gut gemeint prall gefüllter Tankrucksack darf den Lenkereinschlag und die Sicht auf die Instrumente und Kontrollleuchten keinesfalls beeinträchtigen.
- Das Gepäck sollte vor Regen und Nässe geschützt und wasserdicht eingepackt sein.
- Navigationsgerät und Karte auf dem Tankrucksack helfen bei der Orientierung.
- Einstellungen vornehmen: "Die Gabel- und hintere Federbeineinstellung müssen auf die höhere Belastung eingestellt werden. Auch der Reifendruck gehört entsprechend angepasst", so der ÖAMTC-Experte
- Auch wenn der Platz noch so begrenzt ist: Für die Panne muss man gerüstet sein. Daher ist eine Grundausstattung an Werkzeug wie Schraubenschlüssel, Glühbirnen etc. im Gepäck notwendig. Selbstverständlich gehören Bremsbeläge, Bremsflüssigkeit, Ölstand, Reifen, Scheinwerfer und Kette schon vor Fahrtantritt daheim überprüft.
- Bevor man die Reise antritt, unbedingt mit voller Beladung eine Proberunde drehen.
"Nur mit zurückhaltender Fahrweise kann man das durch höheres Gewicht veränderte Fahrverhalten des Motorrads kompensieren", sagt Scheiblauer. "Mit angebauten Koffern muss man außerdem auf die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit achten." Noch ein wichtiger Tipp: Um Kräfte zu sparen, unbedingt öfters Pausen einlegen. Bei den Tagesetappen mit dem schwer beladenen Bike darf man sich nicht zuviel zumuten. Das Handling mit dem Bike trainiert man am besten in einem der neun ÖAMTC-Fahrsicherheitszentren, Infos unter
www.oeamtc.at/fahrsicherheit.
Datum der letzten Änderung: 26.7.2007
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